2001 – Der eingebildete Kranke

Jahr: 2001
Stück: Der eingebildete Kranke
Autor:Moliére
Regie: Thomas Hausner
Premierenort: Karmeliterkirche
Inhalt:
Argon, der eingebildete Kranke, ist beständig mit sich und seinen vermeintlichen Krankheiten beschäftigt. Seine Tochter Angelika soll auch einen Arzt heiraten, damit er immer ärztliche Hilfe um sich hat. So ist der Sohn des Dr. Diaforius als Schwiegersohn auserkoren. Angelika vermag freilich diesem Thomas, der nur in akademischen Redensarten spricht, keinerlei Interesse abzugewinnen, denn ihr Herz gehört Klemens.
Zur Feindin hat sie ihre Stiefmutter Belinda, Argons zweite Frau, die durch faustdicke Schmeicheleien alles tut, um sich Argons Liebe zu erhalten und von ihm als alleinige Erbin eingesetzt zu werden. Zum Freund hat sie Bernhard, Argons Bruder, der sich ehrlich bemüht, den Bruder von seinem Krankheitswahn abzubringen und auch dem jungen Liebespaar zu seinem Glück zu verhelfen. Die geschickteste Drahtzieherin ist aber Lisette, das spitzbübische Dienstmädchen im Hause. Sie treibt nicht nur als Arzt verkleidet ihren Schabernack mit dem eingebildeten Kranken, sie ergreift auch offen Angelikas Partei, und entlarvt schließlich Belinda, indem sie Argon veranlasst, sich tot zu stellen. Die dabei entstehenden Reaktion öffnen Argon die Augen und er ist auch bereit einer Ehe mit Klemens zuzustimmen, allerdings nur unter der Bedingung, dass er Medizin studiert und Arzt wird. Noch besser wäre es, so meint Bernhard, wenn Argon selbst zum Arzt würde. Molière schuf mit seinem letzten Werk noch einmal eine glänzende Charakterstudie und geißelt die menschlich-allzumenschliche Schwäche, die Sorge um das eigene Wohlbefinden. Gleichzeitig bedeutet das Stück eine scharfe Satire auf die Medizin und das Ärztewesen. Molière spielte selbst die Rolle des Argans und brach in der vierten Aufführung des Stückes im Palais Royal zusammen und starb wenige Stunden danach, noch im Kostüm der Titelrolle.